Report: Digitalisierung braucht Zivilgesellschaft

Niemand geringeres als die Robert Bosch Stiftung, die Bertelsmann Stiftung, die Stiftung neue Verantwortung und Phineo haben sich zusammengetan, um den Digitalisierungsstand des dritten Sektors zu beleuchten. Dazu haben sie Verbände, Vereine und gemeinnützige Institutionen untersucht und befragt. Die spannenden Ergebnisse wurden am 12.2. bei der Robert Bosch Stiftung in Berlin vorgestellt.

D3 – so geht digital war dabei und fasst für euch zusammen, worum es in dem neuen Report geht – und was die Community dazu sagt.

Von Chancen und Herausforderungen – was bedeutet das eigentlich?

Bevor wir in den Report „Digitalisierung braucht Zivilgesellschaft“ einsteigen, lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Ausgangslage. Die Digitalisierung bringt nicht nur technischen Fortschritt, sondern auch soziale Veränderungen mit sich. Die rasanten Entwicklungen in Technik und Gesellschaft sind ein zweischneidiges Schwert. Von „Chancen und Herausforderungen“ ist dabei häufig die Rede. Aber was genau steht hinter dieser Floskel?

Wir alle nutzen digitale Tools: sie erleichtern die Kommunikation, erlauben höhere Transparenz und neue Formen der Beteiligung. Per Crowfdunding können so zum Beispiel tolle gemeinnützige Projekte finanziert werden. Über soziale Medien erfahren gesellschaftlich wichtige Themen größere Aufmerksamkeit, ganze Bewegungen werden hier gestartet. Gleichzeitig können digitale Technologien, falsch oder intransparent eingesetzt, zur Verschärfung der gesellschaftlichen Spaltung führen. Zum Beispiel, wenn der Algorithmus zur Verteilung von Studienplätzen mit statistischen Daten gespeist wird, die soziale Ungleichheiten manifestieren.

#Seidigitaldabei: In digitaler Mission für Demokratie, Vielfalt und Gemeinwohl

Die Zivilgesellschaft spielt in ihrer Position zwischen Staat und Wirtschaft eine wichtige Rolle, wenn es um gesellschaftliche und soziale Fragestellungen geht. Umso wichtiger ist es, dass sie neue Technologien für das Gute einsetzt und dass Vereine, gemeinnützige Organisationen und Stiftungen in der Debatte um digitale Themen gehört werden – und zwar in ihrer gesamten Vielfalt.

Diese Erkenntnisse bilden die Ausgangslage für den neuen

Report „Digitalisierung braucht Zivilgesellschaft“


Entstanden in Zusammenarbeit der Stiftung Neue Verantwortung, Robert Bosch Stiftung, Bertelsmann Stiftung und Phineo.

Der Report untersucht den Ist-Zustand des zivilgesellschaftlichen Sektors und gibt damit spannende Einblicke in ein Feld, in dem sich einiges bewegt. Statt auf Zahlen und Statistiken konzentriert sich der Report auf eine inhaltliche Bestandsaufnahme, aus denen fünf sogenannte Gestaltungsfelder abgeleitet werden, die Hannes Jähnert auf Twitter zusammenfasst:

Diese Gestaltungsfelder beschreiben zum einen die Bereiche, in denen der dritte Sektor bereits aktiv ist. Zum anderen sind sie auch Katalog für Bereiche, in denen die Zivilgesellschaft stärker aktiv werden sollte. Damit dies passiert, liefert der Report aus jedem Gestaltungsfeld passende Praxisbeispiele aus dem Dritten Sektor. Sie sollen als Inspiration dienen und Ideen und Ansätze für diejenigen liefern, die sich weiterentwickeln möchten.

Da einzelne Organisationen vorgestellt und befragt wurden, finden Interessierte gleich mögliche Anknüpfungspunkte und Ansprechpartner für eine spätere Zusammenarbeit. Wie praktisch! Und genau in unserem Sinne.

Von Novizen, Pionieren und Spezialisten

Um die Lage der Zivilgesellschaft noch näher zu beschreiben, bedient sich der Report einer Einteilung der Zivilgesellschaft in drei Digitalisierungsgrade: Den digitalen Novizen, den Pionieren und den Spezialisten.

Was auffällt: Der Report betont hier nicht die vermeintlichen Defizite sondern unterstreicht, dass alle drei Gruppen ihre Qualitäten und Vorzüge mit sich bringen.

Während etablierte Organisationen in Sachen Digitalisierung gegebenenfalls noch Nachholbedarf haben, verfügen sie gleichzeitig über ein gutes Netzwerk, eine Lobby und gewachsene Strukturen, die ihre Arbeit erleichtern. Digitale Spezialisten mögen digitale Strategien verinnerlicht haben, vielleicht fehlt es ihnen aber an Vernetzung oder Strukturen.

Damit bestätigt die Untersuchung eine Beobachtung, die auch wir seit langem machen. Unser Twitter-Fazit lautet daher:

Die 3 Erfolgsprinzipien: Kollaboration, Open Mindset und Mut

Also, Zusammenarbeit ist der Schlüssel. Aber wie gelingt das Ganze dann in der Praxis? Wie verhindern wir, dass wir viel Energie und Zeit in etwas stecken, das dann stagniert und keine Ergebnisse bringt?

Wir haben mit Pavel Richter jemanden gefragt, der es wissen muss. Der Digitalstratege des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen hat uns seine drei Erfolgsprinzipien für den digitalen Wandel verraten:

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Das Thema hat euch gepackt? Ihr möchtet tiefer einsteigen? Dann könnt ihr die genauen Ergebnisse in dem Report „Digitalisierung braucht Zivilgesellschaft“ in ausführlicher Form lesen. In dem Report finden sich zudem zahlreiche spannende Beispiele aus der Zivilgesellschaft.

Unser Praxistipp: Schaut euch aufmerksam um, was um euch herum in der Zivilgesellschaft passiert. Und scheut euch nicht, den Kontakt zu anderen Vereinen und Organisationen zu suchen – vor allem zu jenen, die ganz andere Erfahrungshintergründe in Sachen Digitalisierung haben.

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