Wie findet man neue Engagierte? Und wie schafft man es, sie langfristig zu binden? Diese Fragen stellen sich gemeinnützige Organisationen nicht erst in Zeiten der Digitalisierung. Die gute Nachricht: Die Digitalisierung kann dabei helfen, diese Herausforderungen mit neuen Impulsen und Ideen anzugehen – und sie zu meistern.

Georg Staebner von helpteers zeigt uns in diesem Gastbeitrag, wie Digitalisierung und Ehrenamt zusammenpassen – und worauf man bei der Gewinnung von Freiwilligen unbedingt achten sollte. Anhand eines Beispiels, der Freiwilligen Margit, könnt ihr sehen, wie eine Held:innenreise beginnt!

Hemmschwellen senken, Engagement ermöglichen

Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um sich zu informieren und suchen nach Möglichkeiten, sich gesellschaftlich einzubringen. Helpteers nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung, um mit sogenanntem “Crowdmoving” die Hemmschwelle für Engagierte zu senken. Die folgende Geschichte zeigt, wie der Weg vom kleinen Engagement zu einem langfristigen Ehrenamt aussehen kann.

Mit Crowdmoving Menschen aktivieren

Ein Tisch mit Stiften und malenden Kinderhänden.
Fotocredits: Georg Staebner

Der von Claudia Seidensticker ins Leben gerufene KRASS e.V. stärkt benachteiligte Kinder durch Kunst. Um ehrenamtliche Unterstützung zu finden, setzte der Verein schon früh auf digitale Hilfsmittel. Claudia gefiel der Ansatz von helpteers, in dem es darum geht, nicht um Hilfe zu bitten, sondern aktiv Möglichkeiten zum Mitmachen anzubieten.

So erstellte sie ein Crowdmoving-Projekt auf helpteers.net und beschrieb ihr Vorhaben in der Beschreibung des Projekts wie folgt:

“Stell dir vor, du musst als Kind in einem Flüchtlingsheim auf engem Raum mit vielen Erwachsenen leben, hast kaum Platz zu spielen und keine Materialien zum Malen.

Wie wäre es, wenn du dich dann gemeinsam mit anderen Kindern aus verschiedenen Unterkünften treffen könntest, große Leinwände bemalen und deine Erlebnisse so verarbeiten könntest?

Das wollen wir ermöglichen, damit viele Kinder etwas kreieren können und sich damit auch ihre Unterkunft zu eigen machen können. Willst du dabei sein, die Kinder unterstützen und die leuchtenden Kinderaugen erleben?”

Vom Projekt zum Crowdmovement

Fotocredits: Georg Staebner

Nach dieser emotionalen Ansprache nutzte Claudia die Möglichkeit, die anfallenden Aufgaben in ihrem Verein konkret zu benennen und auf der helpteers-Plattform in einer Projektliste zu bündeln.

Diese einzelnen Aufgaben konnten dann Freiwillige per Klick auswählen und übernehmen. Die ersten und komplexeren Aufgaben, die es zu bewältigen galt, wurden von bereits bekannten Freiwilligen übernommen.

Für das Projektmanagement von großem Vorteil: Ähnlich wie beim Crowdfunding können alle Interessierten anstelle von kleinen Spenden kleine Aufgaben übernehmen. In der Übersicht sehen alle Beteiligten, welche Aufgaben bereits übernommen wurden und welche noch frei sind. Der Status des Projektes war damit für alle jederzeit einsehbar.

Damit aus einem einfachen Projekt ein Crowdmovement wird, haben wir fünf Tipps für euch zusammengefasst:

1. Mehr Reichweite durch Social Media

Um ihr Projekt bekannter zu machen und neue Freiwillige zu finden, setzen Claudia und der KRASS e.V. auch auf Social Media Kanäle. Daher teilte sie das Crowdmoving Projekt über ihre Kanäle – und fand darüber Margit.

Margit wollte sich schon länger für den Verein engagieren und hatte sich nur nicht getraut zu fragen: “Hallo, wie kann ich helfen?”, da sie befürchtete, dass ihr die Fähigkeiten oder Ressourcen fehlen würden, um diese zu übernehmen.

2. Konkrete Aufgaben als Schlüssel für mehr Engagement

Als sie die Aufgabe “Infostand besetzen” sah, war Margit sofort klar: “Das kann ich und das mache ich.” Durch die klare Beschreibung der Aufgabe war es Margit möglich, den zeitlichen Aufwand und die notwendigen Fähigkeiten zur Übernahme der Aufgabe besser einzuschätzen. So traute sie sich, den Kontakt zu suchen. Als sie die Aufgabe mit einem Klick übernahm, meldete sich Claudia bei ihr und gab ihr weitere Informationen zu der Veranstaltung.

3. Gemeinsames Engagement fördert das WIR-Gefühl

Claudia stellte für Margit den Kontakt zu weiteren Unterstützer:innen in der eigens dafür eingerichteten Facebook-Gruppe her, sodass sie sich, schon bevor das eigentliche Projekt begann, als Teil einer Gemeinschaft fühlte. Am Tag der Veranstaltung wurden alle Freiwilligen, die eine Aufgabe in dem Projekt übernommen hatten, eingeladen. Jedem war klar, dass eine Lücke entstehen würde, wenn er oder sie nicht kommen würde. Und jede:r wusste genau welche seiner eigenen Aufgaben andere dann auffangen mussten. Durch die Transparenz und das entstandene “Wir-Gefühl” wollte keiner die anderen Freiwilligen hängen lassen.

4. Der erste Eindruck zählt.

Margit wurde direkt und herzlich in den Verein aufgenommen, sodass sie schon bald weitere Aufgaben übernehmen wollte. Schnell konnte sie so die Koordination der Ehrenamtlichen übernehmen, damit sich Claudia um die Weiterentwicklung von KRASS kümmern konnte. So viel Engagement hatte Margit sich zuvor nicht vorstellen können. Doch nach dem ersten Kennenlernen und der positiven ersten Arbeitsphase wurde das Engagement für sie zur Selbstverständlichkeit.

5. Beziehungspflege über digitale Kanäle

Die Geschichte von Margit und Claudia zeigt sehr gut, wie eine Beziehung über digitale Kanäle aufgebaut werden kann. Die Nutzung sozialer Medien geht jedoch über die reine Darstellung des Projektes und dem Aufruf für potentielle Freiwillige hinaus. Die zielgerichtete Kommunikation via digitaler Kanäle – in diesem Falle einer Facebook-Gruppe – leistete unter den Freiwilligen einen Beitrag dazu, ein Wir-Gefühl zu wecken, das gemeinsame Ziel im Blick zu behalten, den Kontakt zu vertiefen und die bestehenden Freiwilligen so zu weiterem Engagement zu ermutigen.

Über Helpteers

Georg Staebner steht draußen vor einer großen Wäscheleine, die mit selbstgemalten Kinderbildern behängt ist.
Fotocredits: Georg Staebner

Helpteers verbindet Organisationen, engagierte Menschen und Unternehmen, mit dem gemeinsamen Ziel der gesellschaftlichen Verbesserung. Das Ziel von helpteers ist, mit Crowdmoving gemeinsam die Welt zu bewegen. Wir vermitteln Organisationen das Wissen und bieten den Service, um Menschen über digitale Kanäle zu aktivieren: Kostenlos auf helpteers.net oder als individuelle Lösung für die eigene Community mit unseren White Label Software-as-a-Service Plattformen.




Categories: Best Practice

Georg

Georg Staebner ist der Gründer von helpteers. Mit helpteers baut er Brücken zwischen Technologie und Sozialem, für mehr selbstwirksames Handeln im Engagement und bei der Arbeit. In seinem Podcast HeldenUndVisionaere.de lässt er Menschen, die Verbesserungen in der Gesellschaft angestoßen haben, ihre persönliche Geschichte erzählen, um andere zu inspirieren aktiv zu werden.