Foto: Christian Klant / nebenan.de Stiftung

Das digitale Miteinander und analoge Nachbarschaft – ein Widerspruch in sich? Nicht unbedingt, bieten digitale Plattformen doch ein großes Potential, um Menschen auch offline miteinander zu verbinden. Über die Nachbarschaftsplattform nebenan.de kommen täglich Menschen in ihrem tatsächlichen lokalen Umfeld zusammen: Durch die digitale Vernetzung entsteht so Gemeinschaft, Austausch und sozialer Zusammenhalt – und das Gefühl, sich da, wo man lebt, zu Hause zu fühlen. In diesem Gastbeitrag von der nebenan.de Stiftung sollt ihr erfahren, welche Vorteile die digitale Ergänzung von analogen Kontakten hat – und wie Hagen aus Berlin-Lichtenberg seine Idee von der nachbarschaftlichen “Tischtennistruppe” mit digitalen Mitteln verwirklichen konnte.

Kurz und knapp vorab – so können Nachbarschaften vom digitalen Austausch auf nebenan.de profitieren:


– Der digitale “Erstkontakt” dient als “Türöffner” und senkt die Hemmschwelle, mit Nachbar*innen im echten Leben in Kontakt zu treten.
– Nicht nur Privatpersonen, sondern auch das lokale Gewerbe, Vereine oder Stadtverwaltungen / Bezirksämter können die angemeldeten Nutzer:innen niedrigschwellig erreichen und auf Neuigkeiten aufmerksam machen.
– In verschiedenen Rubriken (“Beiträge”, “Marktplatz”, “Veranstaltungen” oder “Gruppen”) finden Nachbar:innen das richtige Umfeld für ihre Ideen oder Fragen und können sich so leicht gemeinsam organisieren.

Aber wie gelingt die Übersetzung des digitalen Kontakts ins “wahre Leben”? Ganz einfach und unkompliziert! Das Beispiel von Hagen aus Berlin-Lichtenberg zeigt, wie es geht.

Kiezbekanntschaften gesucht!

Foto: Christian Klant / nebenan.de Stiftung

6 von 10 Menschen in Deutschland wünschen sich einen besseren Kontakt zu ihren Nachbar*innen (Quelle: Infratest Dimap, 2019). Das gilt auch für Hagen, der nebenan.de nutzt, um mit seiner Nachbarschaft in Kontakt zu treten.

„Ich wollte wissen, wer hier in meinem Lichtenberger Kiez lebt und neue Kontakte knüpfen: Zum Fahrradfahren, für Spielplatzverabredungen und um sich gegenseitig auszutauschen und zu helfen.“

Hagen aus Lichtenberg

Der Sprung vom Digitalen ins Analoge 

Schon wenig später verabredet er sich über die Plattform zum ersten Mal mit einer Nachbarin: Andrea spielt genauso gerne Tischtennis wie Hagen – nur findet sie oft keine spontanen Mitspieler. Gemeinsam beschließen sie, bei nebenan.de die „Tischtennis-Truppe“ ins Leben zu rufen und laden andere Nachbar:innen zum gemeinsamen Spielen ein. 

„Tischtennis im Nibelungenpark

Morgen treffen wir uns wieder im Nibelungenpark zum Tischtennis. 18.30 an der Platte für eine lockere Miteinander-Runde. Kellen sind vorhanden falls du keine hast.“

Foto: Screenshot nebenan.de

Wenn digitale Nachbarschaft analoge Wellen schlägt

Die Einladung von Hagen und Andrea kommt in der Nachbarschaft gut an: Bei der nächsten Runde sind sie schon zu viert. 

Zusammen mit Sebastian, Andreas und Frank spielen sie jetzt immer öfter draußen im Park. Als es im Herbst draußen früher dunkel wird, verlegt die „Tischtennis-Truppe“ ihre Treffen in eine Kneipe in der Nachbarschaft. Hier lassen sie den Abend oft mit netten Gesprächen ausklingen. „Manchmal taucht auch ein neues Gesicht auf, da freuen wir uns immer“, erzählt Hagen. Für spontane Mitspieler hat er immer ein paar Extra-Kellen dabei.

(Die ganze Geschichte zu Hagen findet ihr im nebenan Magazin: https://magazin.nebenan.de/artikel/hagen-aus-berlin-nimmt-es-mit-der-grossstadtanonymitat-auf-und-gewinnt)

Deutschlandweite Begegnungsaktionen

Foto: Daniel Uhlmann / nebenan.de Stiftung

Andere tolle Gelegenheiten, um den Schritt von online zu offline zu gehen und seinen Nachbar:*innen in entspannter Atmosphäre zu begegnen, sind die deutschlandweiten Begegnungsaktionen “Hofflohmärkte” und der “Tag der Nachbarn”, an dem tausende Nachbarschaftsfeste am letzten Freitag im Mai gefeiert werden. Beiden Aktionen liegt ebenfalls der ebenfalls Gedanke zugrunde, dass Menschen ihr Zusammenkommen über digitale Plattformen organisieren.


Über nebenan.de: nebenan.de ist ein soziales Netzwerk für Nachbarschaft, das mit dem Ziel gegründet wurde, der zunehmenden Anonymität entgegenzuwirken und mehr lokale Gemeinschaft zu ermöglichen. Bei nebenan.de ist der Radius jeder Nachbarschaft auf wenige Straßenzüge begrenzt, gleichzeitig müssen alle Nutzer*innen bei der Registrierung nachweisen, dass sie auch tatsächlich in der Nachbarschaft wohnen. Rund 1,3 Mio. Menschen nutzen nebenan.de deutschlandweit. Die gemeinnützige Tochterorganisation nebenan.de Stiftung fördert konkretes, freiwilliges Engagement – online und offline, in der Nachbarschaft und Gesellschaft.

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Categories: Best Practice

Sebastian Ederle

Sebastian Ederle ist Projektmanager der nebenan.de Stiftung und kümmert sich um den Deutschen Nachbarschaftspreis und den Tag der Nachbarn. Nach seinem Studium der European Societies in Hamburg und Berlin kam er 2018 zur nebenan.de Stiftung.