Digitale Nachbarschaft: Sicher kommunizieren mit E-Mail und Messenger für Fortgeschrittene

Heute ist es wieder soweit, die Digitale Nachbarschaft – ein Projekt von Deutschland sicher im Netz – meldet sich mit einem Gastbeitrag zurück. Und weil man Sicherheit im Netz immer großschreiben sollte, freuen wir uns über fundierte Tipps von den Profis! Hand aufs Herz, wie viele dieser Regeln setzt ihr bereits um? Wir freuen uns über eure ehrlichen Kommentare! Los geht es mit den Tipps.

Gerade Profis setzen auf Sicherheit

Auch wer die digitale Kommunikation über E-Mail und Messenger täglich nutzt, sollte professionelle Tipps zu mehr Sicherheit kennen und anwenden. Denn Spam-Mails werden immer raffinierter und sind selbst für sehr erfahrene Onliner*innen nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Es gibt zudem mittlerweile sehr professionelle Betrugsmaschen wie den Botnetz-Betrug. Auch die Betrugsmasche Phishing ist weiterhin populär. Neue Dienste wie „flüchtige Medien“ stellen zudem sogar erfahrene Nutzer immer wieder vor neue Fragen zu Privatsphäre und Datensicherheit.

Zu den wichtigsten Sicherheitsaspekten in der E-Mail- und Messenger-Kommunikation gehört auch die Verschlüsselung. Spätestens seit den Snowden-Enthüllungen machen sich immer mehr Menschen Gedanken, ob sie verschlüsseln sollten – und wie das geht.

Weitere Anleitungen und Tipps erhaltet ihr in Webinaren und Selbstlernkursen


Lieber gucken statt lesen? Die wichtigsten Tipps für sichere Kommunikation mit E-Mail und Messenger gibt es hier in unserem Video-Tutorial!

Für noch mehr Sicherheit und Verschlüsselung in E-Mail-Diensten und Messengern helfen euch folgende Regeln:

DiNa-Tipp 1. Geht sparsam mit der Angabe eurer E-Mail-Adresse um!

Photo by Hello I’m Nik 🇬🇧 on Unsplash

Wenn die E-Mail-Adresse für viele Anmeldungen bei Newslettern, Registrierungen oder Bestellungen auf öffentlichen Plattformen oder in sozialen Netzwerken genutzt wird, landen innerhalb kurzer Zeit Spam-Mails in Eurem Postfach. Das liegt daran, dass sogenannte „Roboter-Software“ ständig Internetseiten nach E-Mail-Adressen durchforstet und diese sammelt. Gebt eure E-Mail-Adresse deshalb nur sparsam an – und nur dort, wo es wirklich notwendig ist.

DiNa-Tipp 2. Kommuniziert möglichst nur verschlüsselt!

Ein Schloss hängt an einem Maschendrahtzaun.
Photo by Danielle MacInnes on Unsplash

Verschlüsselung hat noch mehr Vorteile als nur das Verbergen der eigenen Kommunikation. Die Nachrichten sind nur für diejenigen lesbar, für die sie bestimmt sind, die Echtheit der Absender*innen wird garantiert und Nachrichten können auf dem Versandweg nicht verändert werden. Neben E-Mails kann auch die Kommunikation bei Messengern verschlüsselt werden.

Also wählt einen Messenger mit der besonders sicheren Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Richtet auch euer E-Mail-Konto mit diesem Verschlüsselungsstandard ein.

Mit verschlüsselter Kommunikation schützt ihr euch und eure Kommunikationspartner vor Betrugsversuchen. Anleitungen, wie man seine Mails richtig verschlüsselt, findet ihr in diesem Leitfaden.

DiNa-Tipp 3: Überprüft Webseiten und E-Mails auf Phishing-Versuche – und löscht E-Mails ungeöffnet, die euch unseriös erscheinen

Photo by Alan Bishop on Unsplash

Phishing ist das „Fischen“ nach persönlichen und sensiblen Daten über gefälschte, aber täuschend echt wirkende Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten. Ziel des Betrugs ist es, sensible Daten wie Kontodaten, PIN oder Passwörter zu stehlen.

Phishing-Versuche erkennt ihr unter anderem an folgenden Merkmalen:

• Unpersönlich: Ihr sollt schnell auf etwas reagieren.

• Abfrage vertraulicher Daten: z. B. PINs oder TANs

Gefälschte Webseiten sind unter anderem zu erkennen an:

• Fehlendes Kürzel bei Webseiten: „https://“ am Anfang der URL fehlt

• Die URL ist nicht ganz korrekt oder enthält unübliche Zusätze

• Kein Sicherheitszertifikat: Schloss-Symbol in der Statusleiste fehlt

Wichtig: Erscheint euch bereits ein Betreff unseriös und/oder stammt von einem unbekannten Absender, löscht die Mail am besten sofort, ohne sie zu öffnen!

DiNa-Tipp 4. Prüft euren Rechner regelmäßig auf Schadprogramme!

Photo by Markus Spiske on Unsplash

Schadprogramme oder sogenannte Botnetze werden von Online-Kriminellen dazu genutzt, auf fremde Rechner zuzugreifen. Um sich zu schützen, überprüft euren Computer regelmäßig auf Befall. Hierzu könnt ihr den EU-Cleaner einsetzen.

Achtet darauf, dass dein Virenschutz und deine Firewall stets auf dem aktuellsten Stand sind.

DiNa-Tipp 5. Prüft Zugriffe und Funktionen eurer Messengerdienste!

Photo by Christian Wiediger on Unsplash

Prüft vor der Installation, welche Daten die App auslesen kann und auf welche Funktionen sie zugreifen kann. Einige Messenger beispielsweise synchronisieren die Telefonbücher der Smartphones, auf denen sie genutzt werden. Das ist einerseits praktisch, bedeutet aber auch, dass jeder Kontakt aufnehmen kann, der eure Handynummer hat.

Achtet außerdem darauf, dass der Messenger erlaubt, Personen zu blockieren. Auch wichtig: Prüft auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) in Sachen Rechteabtretung!


Das Projekt Nachbarschaft Digital >Ehrenamt >Sicher> Transformieren (DiNa) hat das Ziel. Ehrenamtliche, Vereinsmitglieder und Bürger*innen im sicheren Umgang mit dem Internet und IT-Sicherheit sensibilisieren, sie zu trainieren und sie befähigen, ihr Wissen an andere weiterzugeben: ob Datensicherheit, verschlüsselte Kommunikation, sicheres Einkaufen und Bezahlen im Internet oder ein souveräner Umgang mit sozialen Medien. Bei „Digitale Nachbarschaft“, einem Projekt von Deutschland sicher im Netz, findet ihr die wichtigsten Informationen zu allen Fragen rund um Sicherheit im Netz. Nachbarschaft digital wird gefördert vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und unterstützt von der Deutschen Telekom AG.

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