In der letzten Woche war #D3unterwegs – und zwar in Berlin! Am 6.6. startete das lang erwartete Community Event von „Das Nettz“ in Berlin-Moabit. Unter dem Titel „Net goes nice“ brachte die Vernetzungsstelle gegen Hatespeech zahlreiche Projekte aus Forschung und Engagement zusammen. In spannenden Workshops, Beratungs- und Networkingsessions tauschten sich Expert:innen aus, diskutierten und beleuchteten das Thema von verschiedenen Standpunkten. Aber damit nicht genug: Am Abend des ersten Tages gab es sogar eine Preisverleihung, die die spannenden Projekte in den Fokus rückte. Ein Rückblick.

„Durch Hatespeech nicht zum Schwitzen bringen lassen!“

Schon morgens um 9:00 Uhr hat das Thermometer die 25 Grad-Marke geknackt. Das ZK-U, unser Ort für die nächsten zwei Tage, bietet aber an diesem Tag jetzt schon alles, was man sich an einem heißen Sommertag in Berlin wünschen kann. Das alte Gemäuer ist kühl, während ein riesiger Außenbereich mit schattigen Plätzen zum Abkühlen und Arbeiten anregt.

Nach einer Begrüßungsrunde und einer kleinen Aufwärmübung geht es dann in die Workshops. Wir besuchen als erstes den Workshop der Linguistin Prof. Konstanze Marx von der Uni Greifswald, die sich mit dem Thema Hatespeech aus sprachwissenschaftlicher Perspektive beschäftigt. Spannend ist hier zu sehen, wie sich der Begriff „Hater“ wandelt, bzw. in welchen Kontexten er (fälschlicherweise) zum Einsatz kommt. Einige Studierende der Uni Greifswald sind auch dabei und stellen später ihre Forschungsergebnisse zur Verrohung der Sprache in den Medien vor. Toll, dass neben den Projekten aus der Praxis auch die Wissenschaft vertreten ist!

Rezepte gegen Hatespeech: Debattenkultur und Gegenrede

Weiter geht es mit dem Projekt „Diskutier mit mir“, die in einem Workshop ihre aktuelle Kampagne zur Europawahl vorstellen. Das Motto: „Raus aus der Filterblase!“ für eine starke und konstruktive Debattenkultur. Der Ansatz von „Diskutier mit mir“ besteht darin, Menschen mit unterschiedlicher Meinung gemeinsam an einen virtuellen Tisch zu bringen. Sie können dann gemeinsam eine These diskutieren oder auch andere Themen vorschlagen. Neben dem spannenden Projekt an sich nehme ich insbesondere das strategische Vorgehen der Beteiligten mit, die mit strategischen Medienpartnerschaften (unter anderem n-tv und der Samsung-App upday) und Kooperationen (unter anderem mit Wirtschaftskanzleien, die ihre Expertise in Sachen Datenschutz eingebracht haben) eine große Reichweite für ihr Anliegen generieren konnten.

In einer kurzen Mittagspause laufen wir einem alten Bekannten über den Weg – Marcel Fortus von #Netzrevolte. Das Projekt der Stiftung Lernen durch Engagement unterstützt Lehrer:innen dabei, sich im Rahmen des Unterrichts mit den Auswirkungen von Social Media auseinanderzusetzen. Was sie genau tun, um das Netz ein wenig netter zu machen, hat uns Marcel im Kurzinterview verraten:

Und weil uns diese Frage nicht loslässt, haben wir gleich noch ein Projekt danach gefragt. „GeschichtsCheck“ wird von Historiker:innen betrieben und klärt mit historischen Fakten die häufigsten Irrtümer oder Fakenews auf.

NoHatespeech abseits der Großstadtanonymität

Danach geht es in spannende Themenrunden, die das Thema „NoHatespeech“ abseits der Großstadtanonymität diskutieren. Ob Lokaplresse, gemeinnützige Organisationen oder Social Media Arbeit – viele Ansätze werden auf den Tisch gebracht (oder den Bildschirm, die Themen werden nämlich per App abgestimmt und gesetzt) und aus verschiedenen Gesichtspunkten diskutiert. Ob klassische Zivilcourage, Frauenfeindlichkeit oder Rassismus – es geht ans Eingemachte. Trotz oder insbesondere wegen der Schwere des Themas kommen die Teilnehmenden aber dennoch zu spannenden Lösungswegen.

Das wichtigste Learning: Nicht den Mund halten und Hass das Feld überlassen!

Die Verleihung des Förderpreises

Das Highlight des ersten Tages bildet die Verleihung des Förderpreises, der in diesem Jahr an fünf tolle Projekte aus ganz unterschiedlichen Bereichen geht. Die Projekte erhalten eine Förderung und haben so die Gelegenheit, ihr Engagement auszubauen.

Wir danken dem Orga-Team von „Das Nettz“ und allen Projekten für einen tollen Tag mit vielen spannenden Impulsen! Und wer weiß, vielleicht findet ihr das ein oder andere Portrait der Gewinner:innen bald auf dem Blog… .

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Franziska

Franziska Zölzer ist in der Stiftung Bürgermut als Redakteurin und Community Managerin für das Projekt D3 mitverantwortlich. Nach ihrem Studium der Neueren Deutschen Literatur in Hamburg, London und Berlin (Abschluss: Master of Arts) war sie auf Agenturseite als Redakteurin, Social Media Managerin und PR-Beraterin im Bereich der politischen Kommunikation tätig. Privat betreibt sie einen DIY-Blog und engagiert sich politisch in ihrem Kiez in Berlin Friedenau.

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