Level up! – SeniorTrainer:in Hamburg erobert die sozialen Medien

In unserer D3-Werkstatt am 9. und 10. September haben sich 12 Organisationen einer digitalen Herausforderung gestellt. Die ehrenamtliche Initiative SeniorTrainer:in Hamburg hat mit Unterstützung unserer Autorin Elisabeth Wirth eine Social Media-Strategie entwickelt.

Das Team der Seniortrainer:innen (2 Männer, 2 Frauen und die Trainerin) stehen mit erhobenen Daumen nebeneinander in einem Tagungsraum

Die SeniorTrainer:innen aus Hamburg wagen Neuland: Mit einem Facebook-Kanal möchte die Organisation sichtbarer werden und sich mit anderen Engagierten vernetzen. Schnell ist der Kanal angelegt. Doch wie geht es jetzt weiter, fragt sich im Sommer 2021 das kleine Social Media-Team um Wolfgang Mohrmann. Was wollen wir erzählen? Was brauchen wir? Wie erstellen wir geeigneten Content und einen Redaktionsplan? Wie organisieren wir die Arbeit am besten? Und wie können wir auch jene SeniorTrainer:innen einbinden, die bisher nichts mit Facebook und Co. zu tun haben?

Mit ihren Fragen sind die SeniorTrainer:innen nicht allein. Zwar sind schon viele Vereine und Non-Profits in den sozialen Medien unterwegs, gehen ihre Aktivitäten jedoch nicht immer strategisch an. Unregelmäßige Posts, Inhalte, die an den Vereinszielen und Zielgruppen vorbeigehen, stagnierende Followerzahlen sind die Folge. Dabei zeigen Zahlen aus den USA, wie wirkungsvoll ein Auftritt in den sozialen Medien sein kann.

Glühbirne

Laut einer Studie von Weggener Edstrom werden 55% der Menschen, die über Social Media mit einer gemeinnützigen Organisation in Kontakt kommen, zu weiteren Aktionen angeregt. Für zivilgesellschaftliche Organisationen lohnt es sich also, planvoll und stringent an die eigenen Social Media-Kanäle heranzugehen.

Tag Eins: Strategische Fragen.

Kommunikation berührt Organisationsentwicklung. Themen heben.

Am 9. September werde ich erst von strahlendem Sonnenschein und etwas später von Wolfgang, Corinna, Barb und Detlev begrüßt. Im Konferenzraum des Seniorenbüros Hamburg mit Blick über die Dächer von St. Georg werden wir in den nächsten 1,5 Tagen eine Social Media-Strategie erarbeiten. Im Vorgespräch haben Wolfgang und ich die Ziele für das Coaching abgesteckt. Wir haben viel vor.

Gegen 15 Uhr steigen wir mit strategischen Fragen ein. Wen erreichen die SeniorTrainer:innen mit ihren Projekten? Welchen Nutzen haben die Zielgruppen von den Angeboten? Wofür steht ihre Organisation und woran sollen andere denken, wenn sie SeniorTrainer:in Hamburg hören?

Organisation im Wandel

Die Social Media-Aktivitäten, so hoffen die SeniorTrainer:innen, werden helfen, neue Mitstreiter:innen zu gewinnen und neue Projekte zu akquirieren. Wie viele andere Non-Profits ist auch SeniorTrainer:in Hamburg eine Organisation im Wandel. Die Projekte kommen nicht mehr wie früher zustande, zusätzlich hat die Pandemie die Arbeit der über 100 Engagierten stark eingeschränkt. Eine Zwickmühle. Um in Zukunft Projekte realisieren zu können, braucht die Organisation neue Mitglieder und neues Know-how. Zugleich braucht sie aber auch die Projekte, ohne die sie ihrem Zweck schwer gerecht werden kann: Menschen im Ruhestand die Möglichkeit zu geben, ihre Expertise aus dem Berufsleben ehrenamtlich an gemeinnützige Organisationen weiterzugeben und das Ehrenamt zu stärken.

Während wir die Fragen diskutieren und den Nutzen für die unterschiedlichen Gruppen formulieren, wird dem Team klar, wie eng Kommunikation und Organisationsentwicklung zusammenhängen. Wir haben herausgefunden, dass SeniorTrainer:in Hamburg in Zukunft proaktiver an die Projektakquise herangehen und Vereine wie gemeinnützige Organisationen zielgerichteter ansprechen sollte. Ein Glücksfall, dass mit Barb ein Mitglied der AG Organisation an dem Workshop teilnimmt und erste Ideen in das Gremium tragen kann.

Die Zeit rast. Am Abend haben wir einige Antworten gefunden und Botschaften für Social Media formuliert. Außerdem haben wir uns ans Heben der Inhalte gemacht und erste thematische Obergruppen gebildet. Kurz nach 18 Uhr machen wir Feierabend. Die Alster ruft.

Im Rahmen von „Level up! Die D3-Werkstatt für soziale Organisationen“ haben sich 12 Organisationen mit Hilfe von passenden Coaches einer selbstgewählten Herausforderung im Digitalisierungsprozess gestellt. Unter den eingesendeten Bewerbungen betraf ein großer Teil das Thema Social Media – eigentlich ein kleiner Unteraspekt der digitalen Transformation. Drei Organisationen haben sich im Rahmen des Events mit ihrer Social Media Strategie befasst. Alle Infos im Liveblog.

Tag zwei: Formate entwickeln.

Vom Post bis zum Community Management – Social Media meistern. Endspurt: Redaktionsplan erarbeiten.

Trotz des Regens ist die Stimmung gut. Was kann SeniorTrainer:in Hamburg sinnvollerweise alles erzählen, um die Ziele und Zielgruppen zu erreichen? Schnell wächst die Sammlung unter den gestern gebildeten Obergruppen. Danach stellen wir die Themenideen zu elf Formaten neu zusammen. Ein Format macht die Wirkung der Arbeit der SeniorTrainer:innen sichtbar, ein anderes unterstützt die Projektakquise und ein weiteres vermittelt ein positives Altersbild. Erst gemeinsam und dann in Zweierteams konkretisieren wir, was in dem jeweiligen Format erzählt werden kann und vor allem wie. Zusätzlich formulieren wir für alle Formate mögliche Call-to-Actions.

Im Anschluss stimmen wir darüber ab, welche Formate auch von SeniorTrainer:innen, die nicht Teil des Social Media-Redaktionsteams sind, erarbeitet werden können. Die Formate „Ich bin gerne SeniorTrainer:in, weil…“, „Ehrenamt im Alter lohnt sich, weil…“ und „Die Menschen hinter SeniorTrainer:in Hamburg“ können von jedem Mitglied der Organisation mit Leben gefüllt werden. Die Posts zu den Formaten „Unsere Projekte: Herausforderung und Lösung“ sowie „SeniorTrainer:in werden: Rund um die Qualifizierung“ können von den jeweiligen Projektverantwortlichen und der AG Weiterbildung erarbeitet werden.

Für ein weiteres Format, das in Form von Textkacheln prägnant vermitteln soll, wofür SeniorTrainerIn Hamburg steht, können knackige Begriffe in den Plenarsitzungen gesammelt werden. Von elf Formaten müssen so nur noch fünf vom Redaktionsteam inhaltlich betreut werden. Die Posts zu den anderen sechs Formaten bekommt die Redaktion zugearbeitet, sie selbst sorgt nur noch für den Feinschliff und die Veröffentlichung.

Social Media im Schnelldurchlauf

Tipps für Social Media: Postet regelmäßig, denkt analog und digital zusammen, seid wiedererkennbar, seid aktiv, habt Spaß und probiert euch aus!
Ein kleiner Ausschnitt aus der Social Media Schulung
(c) Elisabeth Wirth

Nach dem Mittagessen rauschen wir durch eine kleine Social Media-Schulung, die sich das Team vorab gewünscht hatte. Wir schauen uns an, worauf die SeniorTrainer:innen beim Formulieren der Posts, Call-to-Actions oder des Infotextes inhaltlich und stilistisch achten können. Da die Interaktion mit der Community wesentlich in sozialen Medien ist, beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Möglichkeiten, aktiv unterwegs zu sein. Etwa gezielt anderen relevanten Initiativen, Vereinen, Organisationen zu folgen, Kooperationspartner:innen in die Posts einzubinden, Beiträge zu liken und kommentieren sowie auf Reaktionen der Community einzugehen. Die letzte Stunde des Coachings nutzen wir, um den Redaktionsplan für November und Dezember zu entwickeln und durch die Abfolge der Formate einen roten Faden zu spinnen.

Bis es im November losgeht, liegen noch ein paar Meilensteine vor dem Team. Neben den Texten müssen Bilder, Fotos, Textkacheln und eine Material-Datenbank entwickelt und das Planungstool Creator Studio erkundet werden. Auch alle SeniorTrainer:innen sollen über die Strategie, Formate und Next Steps informiert und motiviert werden, sich einzubringen. Und über kurz oder lang wäre es gut, wenn das Redaktionsteam weitere Mitglieder gewinnt.

Im Laufe des Nachmittags ist es aufgeklart, um kurz vor 17 Uhr scheint die Sonne. Wir haben eine Punktlandung hingelegt und das nächste Level erreicht. Zur Feier segeln fünf Handvoll Samenkonfetti im angrenzenden Lohmühlenpark durch die Luft.

Das sagen Wolfgang, Corinna, Barb und Detlev nach der D3-Werkstatt

Inwiefern hat das Level up-Coaching euch geholfen, eure Social Media-Aktivitäten zu entwickeln und umzusetzen?

Das Coaching hat uns sehr geholfen, unsere Social Media-Strategie schneller zu entwickeln und umzusetzen. Wir haben gelernt, wie wir unsere Themen kurz und prägnant platzieren und dabei zum Engagement aufrufen können. Das Coaching hat auch geholfen, mit geeigneten Formaten die SeniorTrainer:innen für Social Media-Beiträge zu motivieren.

Was waren die drei wichtigsten Erkenntnisse?

Erstens: Senior:Trainer:in Hamburg hat mehr Themen als gedacht. Die erforderliche Frequenz von Beiträgen haben wir unterschätzt, und müssen damit den erwarteten Aufwand für Social Media deutlich nach oben korrigieren.

Zweitens: Social Media erlaubt keine Umschweife. Was ist die Botschaft? Was der Nutzen? Und was soll der Leser tun? – Eine klare, prägnante Sprache entscheidet über den Erfolg jeden Posts.

Und drittens: Mit einem Redaktionsplan, der im Wechsel alle Themen bedient und geeigneten Formaten, die wir an alle SeniorTrainer:innen delegieren, können wir erfolgreich eine Facebook-Seite betreiben.

Welchen Tipp würdet ihr einem anderen Verein geben, der auch Inhalte und eine Strategie
entwickeln will?

Holt euch den Blick von außen.

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